Das Schwein als Symbol

 

Das Schwein als Glückssymbol

Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen, wie es zum Schwein als Glücksymbol kam.
Der Begriff "Schwein haben" bedeutet eigentlich, unerwartetes oder unverdientes Glück zu erhalten. Laut dem Deutschen Sprichwörter-Lexikon bedeutet "Schweineglück" haben = neidischer Ausdruck für unverdientes Glück. Die Herkunft dieser Redewendung kommt warscheinlich aus dem Mittelalter. Damals erhielt bei volkstümlichen Wettspielen der letzte, schlechteste begleitet von spöttischen Glückwünschen ein Schwein (Ferkel). Für diese Wettkampfverlierer war das Schweinchen trotzdem ein unerwartet erworbenes Wertobjekt und somit ein kleiner Glücksbringer. Der hieraus entsstandene Begriff Glücksschwein übertrug sich wohl auf unverdient/unverhoffte Schweine und später auch auf andere Dinge.
Eine andere Hypothese besagt, das wandernde Studenten (Scholaren) im Mittelalter als Lohn für landwirtschaftliche Hilfe ein Ferkel mit Wünschen für Glück und Wohlergehen erhielten.

Zu einem Glückschwein konnte man früher auch durch ein Ferkelrennen/Ferkelgreifen kommen. Hierbei wurde ein Jungschwein in den Kreis der Teilnehmer ausgesetzt und wer das Schwein einfing, bekam es als Preis.
Bei Schützenwettkämpfen war früher das Schwarze auf den Schießscheiben auch in Form eines Wildschweins abgebildet, wer also traf hatte Glück/Schwein.

Das Schwein als Glückssymbol kann auch ganz nüchtern auf seinen materiellen Wert betrachtet/entstanden sein. Das Schwein war als Nahrungs- und Einkommensquelle in knapper Zeit und bei teuren Lebensmitteln hoch einzuschätzen. Die Fruchtbarkeit der Tiere erwies sich als Grundstock zur Vermehrung des Vermögens der Schweinebesitzer.

Auf Spielkarten in Süddeutschland werden seit etwa 1500 auf den Daus (AS) oder anderen Karten öfters Säue abgebildet. Der Glaube an das Schwein als Glücksbringer bewirkte, daß das Daus (damals ein geringwertiges Blatt) mit der Sau zu einer überlegenen Karte wurde und sogar den König stechen konnte. In Bayern hieß die Dauskarte seit dem 16. Jahrhundert Eichelsau, Schellensau usw.

Sparschwein

 

Mit dem Schwein als Symboltier für Glück und Fruchtbarkeit war es nur ein kleiner Schritt bis zum "Sparschwein".
Angeblich ist gegen 1700 in Deutschland das Sparschwein als Geldbüchse aufgetaucht. Neue Funde bei Ausgrabungen lassen sich aber auch eindeutig als Sparschwein identifizieren, z.B. aus dem nordthüringischen Billeben, so das nun das 13. Jahrhundert angegeben werden kann.
In Dänemark, einem wichtigen Exportland von Schweinefleisch, erkannte man frühzeitig dem Schwein den Status als Sinnbild für Sparsamkeit zu und es wurde eine Schweinefigur (sparegrisen) als Sparbüchse gewählt. Sicher gab und gibt es in anderen Ländern ahnliche Gedankengänge.

Nicht verwunderlich ist, daß die friedlichen Glücksschweine mit der Zeit regelrecht vermarktet wurden, wobei die Skala der Erzeugnisse von volkskünstlerisch ansprechend bis süßlichem Kitsch reicht.

Quellenangabe: H.-D. Dannenberg: "Schwein haben - Historisches und Histörchen vom Schwein" G. Fischer Verlag Jena 1990.

eine andere Quelle sagt dazu:

Warum gibt es eigentlich "Sparschweine"? Im mittelalterlichen England wurden Tongefäße aus einer billigen Tonmischung namens "pygg" hergestellt. Wenn Hausfrauen einen Penny sparen konnten legten sie ihn in ein Gefäß (Krug o.ä.) aus eben diesem Material, das Ganze hieß dann "pygg bank". Irgendwann im Laufe der Jahrhunderte geriet der Name "pygg" für die Tonprodukte in Vergessenheit. Im 19. Jahrhundert erhielt eine englische Töpferei einen Auftrag zur Produktion von "pygg banks". Na ja, da haben sie dann halt Schweinchen getöpfert, mit einem Schlitz am Rücken, "piggy banks" eben. Es wurde der Renner, besonders bei Kindern.

Das Schwein als Fruchtbarkeitssymbol

Aufgrund der guten Fruchtbarkeit des Schweins mit 9-15 Ferkeln pro Wurf, wurde es in früheren Zeiten schnell zum Symbol für Fruchtbarkeit.

 

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