Münzen, Scheine, Marken und Medaillen

 

Münzen

 

Im Rom des 3. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung hatte man als früheste Münzform große, rechteckige Kupferplatten, bei denen bereits ein
Schwein abgebildet wurde.

Als Münzbilder kommen Schweine bereits im 5. und 4 . Jahrhundert v.u.Z. vor. Teils als Wildschweine in meist
furchterregender Form und teils als Hausschweine.

 

Beliebte Motive im Altertum war der Erymanthische Eber und der Kalydonische Eber aus der griechischen Mythologie.

Keltisch-gallische Münzen ab etwa 200 v.u.Z. zeigen ebenfalls Wildschweine, oft in stilisierter Form.
Eine um 150 u.Z. geprägte römische Kupfermünze zeigt eine Sau mit Ferkel.
Die Republik Irland prägte seit 1928 ½ Penny-Münzen aus Bronze mit einer Sau und Ferkeln als Umlaufmünze.
In Irland trug die Shilling-Münze zeitweise auch die Bezeichnung
"hog" (=Schwein), in England war es die 5-Shilling-Münze.
Der Inselstaat Bermudas prägt seit 1970 1-Cent-Münzen aus Bronze mit einem verwilderten Hausschwein. Das Motiv leitet sich von kupfernen Schweinemünzen ab, die dort im Jahr 1616 geprägt worden waren.

Notgeld


In der Zeit des ersten Weltkriegs und durch nachfolgender Inflation entstandener Kleingeldmangel, erhielten viele Städte,
Gemeinden und Betriebe die Genehmigung, Notgeld auf Papier oder aus unedlem Metall herauszugeben. Zu den vielen,
meist ortsbezogenen Bildmotiven zählen auch Schweine.

Nachfolgend einige Beispiele:

25-Pfennig Notgeldschein der Stadt Eisenberg in Thüringen von 1921. Beklagt wurde das Kürzerwerden
bzw. Ausbleiben der von den Thüringern so geschätzten Rostbratwurst im 1. Weltkrieg,
gezeigt wird der Schweineauftrieb im letzten Friedensjahr 1913.
Ein 25-Pfennig Notgeldschein der Stadt Greußen in Thüringen von 1921.
Der 50-Pfennig Notgeldschein von 1921 aus Ehrenfriedeersdorf im Erzgebirge, zeigt Wildschweine,
die beim Wühlen eine Erzader freilegen. Der betreffende Berg heißt noch heute Sauberg.
   

Auf einem 2-Mark-Notgeldschein von Wiedenbrück/Westfalen von 1921 wird dargestellt, wie 1862 ein Schwein dort einen
Münzfund aufspürte.

25-Pfennig-Scheine aus den thüringischen Städten Eisenberg und Greußen von 1921 machen Hunger und Not als Kriegsfolgen
deutlich.

Drei Notgeldscheine einer Schweinezüchterei in Badetz bei Zerbst (Anhalt) haben zweimal eine Sau mit Ferkeln als Bildmotiv.
Das dritte Motiv war ein von Kindern geführtes Schweinegespann, wohl ein Reklame-Gag. Die Zucht mit etwa 30 Zuchtsauen wurde
in den 30er Jahren aufgelöst.

Auch auf den Scheinen der nord- und westdeutschen Orte Diepholz, Hemdingen, Siedenberg, Süderbarup, Twistingen und
Vosselhövede sind Schweine abgebildet..

In Rietberg/Westfalen soll nach dem Motiv das Vorzeigen eines Schweins dem Belagerer des Schlosses demonstriert haben, das
man noch nicht am Verhungern sei.

Die Städte Oldenburg und Eberbach gaben 1917 Notgeldmünzen aus Eisen bzw. Zink mit einem Wildschwein als Münzbild aus.

Die Zinnmedaille aus dem 19 Jahrhundert zeigt die angebliche Entdeckung der Teplitzer Sole (heutuges Teplice in der CSFR durch Schweine im Jahre 762.

 

 

Marken

In der Pilatelie (Beschäftigung mit Briefmarken) kommt das Schwein trotz unzähliger Sonderbriefmarken-Serien mit Tiermotiven selten vor.

Die rumänische 1-Leu-Marke zeigt den Kopf eines stehorigen Hausschweins,
der polnische 4,5-Zloty-Wert den modernen Fleischschweintyp.
Marken der Volksrepublik China (8 Fen) aus dem Jahre 1960 mit Hausschweinen des ostasiatischen, kurzbeinigen SchweinetTyp.

In der DDR gab es einmal eine 70-Pfennig-Marke mit einer Rotte Schwarzwild.

Medaillen

Medaillen mit Schweinemotiven gibt es wohl nur um Erfolge bei der Züchtungsarbeit zu würdigen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Medaillen mit betreffenden Tieren hergestellt.

Quellenangabe: H.-D. Dannenberg: "Schwein haben - Historisches und Histörchen vom Schwein" G. Fischer Verlag Jena 1990.
und www.notgeld.org

 

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